„Wetten, dass…“ auf Malle: Deutsche TV-Unterhaltung auf dem Tiefpunkt:

Das „We Will Rock You“-Ensemble entschädigte für einen peinlichen Fernsehabend

Nein, das war jetzt wirklich keine Sternstunde des (Zweiten) Deutschen Fernsehens.  Das Sommer-Special von „Wetten, dass…“ aus der Stierkampfarena ColiseoBalear“ in Palma de Mallorca hat am 2. Juni-Wochenende gezeigt: Die Peinlichkeitsskala nach unten ist offen. Noch nie so viel fremdgeschämt. Das war  ein Offenbarungseid öffentlich-rechtlicher TV-Unterhaltungskultur.  Der Tagesspiegel  hat es  da auf den Punkt gebracht: „Was auf der Balearen-Insel an Peinlichkeiten geboten wurde, lässt  jede Ballermann-Sause wie Hochkultur erscheinen." Tataa! In die Tonne damit!

Einziger Lichtblick: Der finale Showblock des Essener „We-Will-Rock-You“-Ensembles gegen Ende  des televisionären  Debakels.  Wer bis dahin durchgehalten hatte, wurde für  den langen,  vor der Glotze vertanen Abend entschädigt und kann jetzt vielleicht ermessen,  warum dieses  Kultstück im neunten Jahre nach seiner Deutschlandpremiere im Kölner Musical-Dome immer noch zieht. Aber Ende Juni ist  im Colosseum-Theater leider (erst mal) Schluss mit lustig.

Gut, die Regierung des Planeten iPad hatte auch die Besten aus dem Westen ins Mittelmeer entsandt.  Mit Alex Melcher, Jessica Kessler, Brigitte Oelke und Martin Berger  als diplomatische Vertreter standen jene Frontleute vor den Kameras, die die Produktion über Jahre hinweg auch ein Stück mit geprägt haben.  Unterstützt von Band und  Ensemble rockten die Künstler mit viel Spielfreude und Verve die Hütte. So packend hat man die „Bohemian Rhapsody“ selten gehört.  Diese Bilder werden in Erinnerung bleiben. Das Stück läuft saus und verschwindet  erst mal von den Spielplänen – vorerst jedenfalls. Aber  ganz sicher nicht für immer. The Show must go on! JÜRGEN HEIMANN

 

In dieser Rolle einfach unschlagbar: Ur-Galileo Alex Melcher  ließ auf Malle noch einmal die Wutz raus.

 

Packendes Finale einer ansonsten peinlichen Sendung. Das „We-Will-Rock-You“-Ensemble aus
Essen entschädigte mit  seinem fetzigen Auftritt für die zweieinhalb Stunden vor der Glotze vertane Zeit.

 

„Scaramouche“ (Jessie Kessler) und  „Galileo-Figaro (Alex Melcher) haben die den Rock’n‘ Roll gerettet
und die Killerqueen (Brigitte Oelke/links) bezwungen. Rechts daneben  „ ElCommandante „Martin Berger.