Als Anbagger-König im ZDF zur Primetime

Er gibt alles für die Kunst:  Film-Casanova Adrian Becker durfte die schönsten Frauen flach legen

 

Adrian B., der alte Charmeur, mit Bum-Bum-Boris und dem Heinz weder verwandt noch verschwägert, ist schon ein schlimmer Finger. Und jetzt hat der Wahl-Berliner, ganz öffentlich, ganz rechtlich, die Mädels auch noch zur besten Sendezeit flachgelegt. Im ZDF zur Primetime. Die Mainzelmänner hatten Mitte April  im Rahmen ihrer Terra-X Reihe ein von Atlantis-Film produziertes Porträt Casanovas, des „Größten Verführers aller Zeiten“, ins Sonntagsabendprogramm gehievt und gewährten anhand zumeist an Originalschauplätzen gedrehter Spielszenen Einblicke in dessen facettenreiches Seelen – und Sexualleben. Für die „Titelrolle“ war von Anfang an nur einer in Frage gekommen: „Giacomo“ Adrian Becker.

Das  natürlich nicht von ungefähr: Der Schauspieler, Sänger, Tänzer und Produzent hatte dem berühmt-berüchtigten (An-)Bagger-König, Philosophen, Freigeist, Spion und Knasti bereits 2005/2006 ein Gesicht gegeben, als er bei der Welturaufführung der Casanova-Revue im Berliner Friedrichstadt-Palast den Titelpart übernahm. In und mit dieser Rolle punktete der umtriebige Allrounder offenbar nicht nur beim Publikum, sondern machte auch bei gewissen Leuten der TV-Fraktion Eindruck. Die hatten aus diesem Anlass eine Fernsehreportage über ihn und sein Leben als Musicaldarsteller produziert. Der Rest ergab sich mehr oder weniger von selbst.

 

Doku-Drama „Die Kunst der Verführung“

 Die televisionäre Version über das Leben des Venezianers mit dem Titel „Casanova – Die Kunst der Verführung“ flimmerte als eine Art Doku-Drama in die bundesdeutschen Wohnstuben und basierte auf neuesten Forschungsergebnissen und Deutungen seiner Memoiren und Tagebücher. Garniert wurde das Ganze durch aufwändige „Re-Enactments“, die, üppig ausgestattet, unter anderem auf Schloss Sanssouci,  auf Schloss Luisium, Schloss Friedenstein sowie in Venedig eingefangen wurden.

Fazit: Dieser frühe Gunter Sachs war zwar ein dem weiblichen Geschlecht heftigst zugetaner Playboy, aber andererseits kein eiskalter Don Juan, sondern vielmehr ein origineller Denker, Frauenversteher, Abenteurer, sexueller Revolutionär und, ja, ein Feminist. Es war jetzt also doch nicht so, dass jeder Rock, der bei drei nicht auf dem Baum war, für ihn zur leichten Beute wurde. Worauf sich diese abschließende Charakterisierung gründet, vermochte der Film von Eike Schmitz anschaulich plausibel zu machen.

 

Wilder Liebhaber bekam kalte Füße

Zwischen den Abläufen einer Musical-Inszenierung und denen eines Filmdrehs liegen Welten. Aber unabhängig davon: Es gibt sicherlich undankbarere Jobs, als den schönsten Frauen, junge Mädels ebenso wie reiferen Damen, an die Wäsche gehen zu dürfen und in deren Armen zu liegen, oder?  „Ich gebe ja alles für die Kunst“, sagte Becker auf die entsprechende Frage hin augenzwinkernd. Ja, nee, ist schon klar. Ein hartes Los! Früh morgens um vier, rechtzeitig, bevor die Touris die Hütte stürmen,  in Venedig mit dem Wassertaxi zu einer Szene in den geschichtsträchtigen Dogenpalast -  um das durch zu stehen, muss man schon ein ausgeschlafenes Kerlchen sein – im wahrsten Sinne des Wortes.  Und sonst? Originalton Adrian Becker: „Anschließend vier Stunden (in Eiseskälte) Boot fahren über den Canale Grande. Auch schön. Alle 15 Minuten haben sie mir eine andere Dame in den Kahn gesetzt, und ich musste knutschen! Unten: abgefrorene Füße. Oben: wilder Liebhaber. That´slife!“ Eine Portion Mitleid für Herrn Schikaneder! Aber: Einem „Conférencier“ ist (schließlich) nix zu schwör!

Scheint aber Spaß gemacht zu haben. Aus dem Tagebuch des Verführers: „In Venedig gibt es an jeder zweiten Ecke entweder eine Film-, oder Fotoproduktion. Während wir Casanova drehen, kurbeln die Kollegen von der ARD zeitgleich nicht weit entfernt `CommissarioBrunetti` herunter, die Donna-Leon-Romanverfilmung. Dieses Team benutzt die gleiche Frequenz bei den Funkgeräten wie wir. Plötzlich höre ich aus dem Funkgerät unseres Assistenten folgende Ansage:,Die Leiche braucht mehr Blut. Kann bitte die Maske mal kommen....` Ich knutschte weiter!“ Youh, theshow must go on! Tut sie auch.

 

Feuer für den Marlboro-Man

Im vergangenen Jahr hatte der gebürtige Saarlouiser ausgiebig an vielen bunten Lutschern genuckelt und unter diverse Unterröcke gelinst: „Petticoat und Lollipop“ hieß eine erfolgreiche, von seiner eigenen Showevent-Agentur „HIRSCHGOLD EVENTS“ im Auftrag eines große Schweizer Konzerns produzierte Rockabilly-Show, die nun mit einer Country- und Westernrevue (Arbeitstitel: „Cowboys on Fire“) ein Brüderchen bekommt. Dabei geht es inhaltlich wohl um den Marlboro-Mann… In diesem Sommer ist diese Produktion mit einer großen Live-Band und viel Heu auf der Bühne auf Europatournee. Und für die ein oder andere Gala bleibt immer noch Zeit. Natürlich zählt  Adrian Becker auch zum Staraufgebot der großen Da Capo-Geburtstags-Party am 28. September im Essener Colosseum.

 

 

Eine Portion Mitleid für „Giacomo“ Becker: Als Film-Casanova hat man es auch nicht leicht – und
„muss“ den schönsten Frauen an die Wäsche. Mitunter auch im Doppelpack. Adrian B.
als Anbagger-König in der ZDF-Doku Die Kunst der Verführung“. Foto: Atlantis-Film

 

In der Spielzeit 2005/2006 hatte Adrian Becker im Berliner Friedrichstadtpalast dem Frauenheld
ein Gesicht gegeben und in der bunten Casanova-Revue die Titelrolle gespielt. Foto: Sven Darmer

 

Adrian Becker ist in diesem Sommer mit seiner neuen Country- und Westernrevue
„Cowboys on Fire“ unterwegs und selbstverständlich auch bei der großen Da Capo-Geburtstags-Gala dabei.