Bibi Blocksberg - Bericht von Jane J.

 

Ich besuchte mit einer Freundin das Kindermusical “Bibi Blocksberg und der verhexte Schatz” am 15. März 2009, da ich ihrer Tochter und ihr 2 Karten dazu geschenkt hatte. Da ließ ich mir die Chance natürlich nicht entgehen, mir auch selbst mal ein Bild davon zu machen…

 

Cast:

Bibi Blocksberg – Uta Jacobi

Barbara Blocksberg, Coronaria - Suzan Erentok

Schubia Wanzhaar, Karla Kolumna – Annika Päs

Bernhard Blocksberg, Bürgermeister, Kunibert – Benjamin Werres

Pichler, Hofnarr – Nikolas Knauf

(bis ich das Cast mal raushatte, hat es auch einige Tage gedauert…)

 

Teil 1: ca. 50 Minuten

Pause: ca. 20 Minuten

Teil 2: ca. 45 Minuten

 

Zum Inhalt:

Mit ihren Eltern besucht Bibi Blocksberg Schloss Klunkerburg. Zufällig entdeckt sie dort einen Hinweis auf einen geheimnisvollen Schatz. Neugierig macht sie sich mit Schubia, ihrer Hexenfreundin, auf die Suche danach: Er ist das Vermächtnis des alten Königs Kunibert, der vor über 300 Jahren auf Schloss Klunkerburg lebte. Um den Schatz zu finden, hexen sich die beiden kurzerhand in die Zeit des Königs. Dort leben sie als Prinzessin und Zimmerzofe, bis sie wieder zurück in ihre Zeit müssen, um das Rätsel zu lösen.

 

Akt 1

 

Das Kindermusical begann natürlich mit dem Bibi Blocksberg-Song, den Uta aber teilweise etwas vernuschelte und man es darum etwas schwer verstehen konnte. Weiter ging es mit einem Lied von Bernhard zum „Sonntag“. Die Kulisse zeigte das Schloss, zwei Büsche und ein Podest, das mitten im Weg stand. Zu den Kostümen kann ich vorab sagen, dass sie mir sehr gut gefallen habe. Bibis Perücke sah zwar etwas merkwürdig aus, aber sie hat nun mal eine sehr komische Frisur. Während ich an Benjamin als Bernhard erst noch etwas zweifelte, überzeugten mich Uta als Bibi und vor allem Suzan als Barbara sofort! Bernhard beschwert sich in dieser Szene darüber, dass er keine Lust habe, den ganzen Tag im Schloss zu verbringen, da sie doch schon sooo oft dort waren. Bibi und Barbara versuchen ihm begreiflich zu machen, dass das Denkmal Königin Coronaria, welches auf dem Sockel stand, nun verschwunden ist. Bernhard bestreitet das und glaubt kein Wort. Das Schauspiel zwischen den Dreien, besonders zwischen Bibi & Barbara war sehr unterhaltsam und durchaus authentisch gespielt! Bernhard geht dann ganz beleidigt ab und auch die Hexen sind sauer, weil er ihnen nicht glaubt.

 

Kaum war der Applaus abgeebbt, konnte das Publikum lauter werdende Rollergeräusche vernehmen und für alle „Bibi-Kenner“ war klar: Karla Kolumna ist im Anmarsch! Annika als Karla war amüsant – so, wie man sie die „rasende Reporterin“ eben vorstellt – nur die Perücke missfiel uns. Es sah aus, als wären die Haare einfach 3 Tage nicht gewaschen worden. Annika jedoch machte das mit ihrem Schauspiel wieder wett. Karla witterte natürlich eine „SENSATIONELLE Geschichte“ hinter der verschwundenen Steinfigur der Hexenönigin Coronaria und somit wurde das nächste Lied präsentiert: Bibi und Barbara erklärten Karla, worum es geht – Karla war natürlich begeistert. Am Ende des Liedes tanzt Bibi auf dem Sockel und mit dem Schlusston fällt eine Klappe vom Sockel herunter und heraus kullert eine Pergamentrolle.

 

„Sensationell“, meinte natürlich Karla dazu. Nach einem weiteren Lied, bei welchem die drei Damen versuchten, die „unentzifferierbare“ Rolle zu lesen (nur „Schatz“ „Krone“ usw. konnten sie entziffern), ging Karla dann ab, inklusive beider Hexen, denn Bibi wollte natürlich Schubia von allem erzählen.

 

Natürlich durfte auch Herr Pichler nicht fehlen und es ist einfach zu komisch, wenn man mit Bibi „aufgewachsen“ ist und dann einen solchen Herrn Pichler vor die Nase gesetzt bekommt – herrlich! Meine Freundin und ich haben uns fragend angeguckt und im gleichen Moment geflüstert: „Ist DAS Pichler?!“ Unsere Frage wurde gleich durch ein „Piiichler! Wo sind sie denn?!“, beantwortet. „Hier, Herr Bürgermeister, Chef!“ Die beiden hatten sehr kindgerecht-lustige Szenen und haben auch super gespielt, sodass es bei den Kindern fantastisch ankam. Der Herr Bürgermeister musste natürlich deutlich machen, dass er das Schloss ganz allein für sich haben will etc. pp. ZUFÄLLIG muss der Herr Pichler sich dann auch auf den Sockel stellen und *schwups* fällt die andere Seitenklappe des Sockels herunter und zur Begeisterung des Bürgermeisters war nicht nur eine zweite Pergamentrolle drin, sondern auch eine KRONE. Die Krone des Königs Kunibert, bei welcher jedoch die drei kostbarsten Steine fehlten…

 

Natürlich blieben die beiden nicht lange ungestört, denn plötzlich waren die Geräusche von Bibis Kartoffelbrei und Schubias Kawakasi zu hören. Bürgermeister plus Gefolge versteckten sich hinter dem rechten Busch, während Schubia eine Bruchlandung hinlegte und Bibi landete (die beiden ‚gingen’ auf dem Besen hockend und ahmten Flugbewegungen nach) Bibi erklärte Schubia die Situation, welche das alles nicht glauben wollte, bis die beiden dann die 2. Pergamentrolle fanden, die der Bürgermeister unachtsam hatte liegen lassen (schließlich war die Krone ja sooo viel interessanter!)

 

Nachdem Bibi Schubia dann das 2. Stück der Pergamentrolle gezeigt hatte, war nun auch Schubia überzeugt, dass irgendwo ein Schatz versteckt sein muss. Also schlug sie vor, sich einfach in der Zeit zurückzuhexen und mal bei Coronaria herself vorbeizuschauen. Die „Zeitreise“ war auch wieder in ein Lied verpackt, bei welchem sich die beiden Hexen wieder auf den Besen setzten und ein unglaubliches Lichtspiel begann. Ich war schwer begeistert, zumal ich nicht mit einer solch’ hohen Qualität gerechnet hatte. Erstens hat mir das Lied sehr zugesagt und war gesanglich klasse vorgetragen und zweitens stimmte die Technik dazu – absolutes Highlight der Show.

 

Angekommen in 1700-irgendwas brauchten die beiden natürlich passende Kleider und Bibi konnte aufgrund ihrer geschwächten Zauberkraft nur 1 Prinzessinnenkleid hexen und halt 1 Kammerzofenkleid. Annika hat Schubia so herrlich dargestellt, das man selbst als Erwachsener sich kaum noch halten konnte, denn natürlich fand Schubia das ganz und gar nicht komisch… In der Vergangenheit begegneten die beiden Junghexen dann auch noch dem Hofnarren, der Spaß an Schubia hatte (herrrlich!) und dem König Kunibert und der Hexenkönigin Coronaria. Bibi schnappte natürlich einige wichtige Informationen auf, bevor es dann wieder in der Zeit zurückging. Schubia und Bibi stritten sich „back home“ dann wegen der Zofe-Prinzessin-Sache, gingen dann wütend ab und damit war der erste Akt beendet.

 

 Akt 2

 

Im zweiten Akt befanden wir uns dann in Barbaras Labor. In der Pause wurde das Kulissenteil einfach vor das Schloss geschoben. Es war „der nächste Tag“ und Bibi erzählte Barbara todtraurig von dem Streit mit Schubia und erst als Karla Kolumna wieder auftauchte, fiel ihr ein, dass sie doch die zweite Pergamentrolle bei sich trug. Auch hier wieder ein sehr schönes Schauspiel und tolles Lied von Suzan und Uta! Als auch das noch alles keinen Sinn ergab, nahm Barbara an, die Rollen seien verhext und entzauberte sie. 

 

Mit dem neuen Hinweis in der Hand fuhren unsere Damen dann wieder zum Schloss und hier wurde die Kulisse dann sehr auffällig abgebaut… Die Bühne wurde dunkel und nur 1 (!!!) Mann baute das komplette Labor ab, was aus min. 4 Teilen bestand. Er lief immer wieder hin und her. Das ist das einzige, was ich zu bemängeln habe, denn solch ein Problem kann man durch 2 Personen mehr beheben… Ich meine, selbst bei MA laufen die Mitarbeiter über die Bühne und entfernen Kulissenteile, aber hier fand ich etwas zu auffällig und zu langwierig, denn es hat leicht aus dem Kontext gerissen.

 

Zurück zum Schloss: Hier ‚versuchten’ Pichler & Bürgermeister eine Absperrband zu befestigen, was nach sehr viel kindgrecht-humorvollen Bemühungen dann doch endlich klappte. Es gab noch viele lustige Szenen zwischen dem gesamten Cast, inklusive Falltüren im Schloss und Verfolgungsjagd, bis der Schatz und die drei Edelsteine endlich gefunden wurden. Der Bürgermeister beispielsweise und auch Herr Pichler wurden noch von Barbara verhext, so dass ersterer in der Schubkarre steckte und letzterer ein Frosch war...

 

Gesamteindruck:

Ich bin in dieses Stück natürlich mit weniger Anspruch hineingegangen, als in ein Musical, welches sich eher an höheren Altersgruppen orientiert. Aber ich muss gestehen, ich war sehr angetan von der kompletten Aufmachung, denn trotz ‚wenig’ Cast und Kulisse war ich danach erfreut über die absolut gelungene Vorstellung. Die Kulisse reichte völlig aus, und vor allem die Kostüme und auch die Maske befand ich als – wie Karla sagen würde – „sensationell“. Gesanglich und schauspielerisch hat mich Annika Päs mit ihrer Schubia völlig eingenommen, wobei Suzan und Uta auch fabelhaft waren! Es gab auch nur einen kleinen Versprecher von Uta, der bei mir schon im Nebel verschwommen ist. Alles in allem kann ich also sagen, dass ein solches COCOMICO-Kindermusical durchaus ein hohes Niveau hat, was die Aufmachung anbelangt und auf der anderen Seite sehr kindgerecht Gesang und Schauspiel umsetzt! Besonders loben muss ich die Wiedererkennungswerte, die für die Kinder ja das wichtigste sind, u.a. denke ich da an Bibis & Schubias Besengeräusche, die Zaubersprüche (die gigantisch von Lichteffekten unterstützt wurden), Karlas Rollergeräusch und natürlich die Kostüme. Ich würde jederzeit wieder ein solches Kindermusical besuchen und es lohnt sich definitiv, so etwas mal anzuschauen! Wenn also zufällig gerade ein Kindergeburtstag ansteht… ;)  

 

Empfehlen würde ich das Musical ab 5 Jahren bis… Ende offen, denn wer mit Bibi aufgewachsen ist, dem macht auch in hohem Alter solch’ ein „Theater“ noch sehr viel Spaß!