"We Will Rock You" - Apollo-Theater Stuttgart am 29.03.09 , 19:30 Uhr- Showbericht von Karin G.

 

Beim Erblicken der Cast-Liste war ich zuerst schon etwas enttäuscht. Nicht nur Alexander Melcher spielte nicht, sondern auch Jessica Kessler wurde durch Julia J. Berger ersetzt. Die restlichen Hauptrollen wurden ebenfalls oft von den Zweitbesetzungen gespielt: Die Killer Queen war diesmal Nicole Malangré, Ozzy spielte Nyassa Alberta. Sascha Lien nahm die Rolle des Galileo ein. Jon Agar spielte den Kashoggi, Sascha Krebs Bap und DJM Brit. Es wurde also eine Überraschung, wie wohl die Zweitbesetzungen ihre Rollen ausfüllen würden.

Beim Ersten Auftritt von Sascha L. konnte ich mir die Überraschung fast nicht verkneifen. Er hörte sich beim ersten Ton doch tatsächlich fast genauso an wie Alex. Dann jedoch packte er seine ganze Stimme aus und die Zuschauer waren begeistert. Er spielte den Galileo wesentlich natürlicher als Alex. Allerdings war das manchmal eher ein kleiner Nachteil, da die Rolle des Galileo, ebenfalls wie die Scaramouches, doch durch ihre Abgedrehtheit an Witz gewinnt. Trotzdem wurden vor allem die ernsten Szenen von Sascha Lien sehr gut dargestellt.

Sascha L. konnte jedoch am meisten durch seine Stimme überzeugen. Die Queen-Songs interpretierte er insgesamt sehr nah an den Original-Songs. Das war man vor allem bei „Under Pressure“ sehr gut hörbar, da das Original von Freddy Mercury und David Bowie doch relativ stark von der Musical-Version abweicht. Hier schaffte es Sascha L. diese beiden Versionen gekonnt zusammenzufügen und dabei nahm er sogar oft die Körpersprache von Freddy Mercury an.

Julia J. Berger konnte mich leider mal wieder nicht so ganz überzeugen. Sie hat natürlich eine schöne Stimme, die vor allem in den mittleren Lagen brilliert und einen sehr warmen Ton hat. Doch sowohl die Tiefen als auch die Höhen waren gestern nicht so ganz ihre Stärke. Die ganz hohen Töne ließ sie mit Hilfe von wirklich guten Variationen leider gekonnt aus und in den tieferen Tönen war sie oft nur schwer zu hören. Besonders bei den Stücken zusammen mit Sascha L. hatte man das Gefühl, er müsse sich etwas zurücknehmen, damit sie noch zur Geltung kommt.

Sie spielte die Scaramouche im Gegensatz zu Jessica sehr lieb und schüchtern. Auch die Pointen der Witze wurden nicht so heraus geschmettert und verloren dadurch oft etwas von ihrer Wirkung beim Publikum. Wo Jessica normalerweise riesige Lacher erntet, war bei Julia nur ein leises Kichern zu hören. Trotzdem hatte ihre Darstellung der Scaramouche schon etwas an sich. Sie war ganz eigen und zeigte eine andere Facette dieser Rolle. Scaramouche schien verletzlicher und war nicht so ganz von sich überzeugt, wie Jessicas. Es war auf jeden Fall mal etwas ganz anderes. Deshalb bleibt es jedem selbst überlassen welche Version von Scaramouche ihm besser gefällt, die von Julia oder die Jessicas.

Und nicht zu vergessen: Die größten Lacher gab es wieder bei den Schwäbischeinlagen vor „Hammer to fall“.

Nicole Malangré konnte als Killer Queen mindestens genauso überzeugen wie Brigitte Oelke. Sie war etwas gemeiner als Brigitte und ihre Stimme war in den Höhen sehr stark. Sie bildete zusammen mit Jon Agar, der wieder eine super Leistung brachte, ein tolles Team.

Mein Highlight dieser Show war jedoch Nyassa Alberta. Zusammen mit DMJ fegte sie über die Bühne. Sie stand DMJ, nicht nur was die „Rock-Röhre“ anbelangt, in nichts nach. Und ihr „No-One but you“ war wirklich brilliant gesungen. Sie ist ein wirklich würdiger Ersatz für Rahel.

Zusammenfassend bleibt zu sagen: Trotz toller Zweitbesetzungen vermisste ich doch hin und wieder Alex und Jessica, aber das ist Geschmacksache. Leider war auch das Publikum mal wieder nicht ganz so leicht zum Mitgehen zu bewegen. Erst bei „We are the Champions“ erhoben sich die Leute von den Stühlen. Trotz alledem gab es am Ende frenetischen Applaus, den besonders Sascha L. einheimste und auch sichtlich genoss.

Alles in allem erlebten wir eine ruhige Show ohne Zwischenfälle, die berichtenswert wären. Das Ensemble und die Band waren wie immer wirklich toll, deshalb bleibt am Ende nun nur noch zu sagen: „We will rock you“ ist immer wieder ein Erlebnis!

 

Vollständige Besetzung:

Bap – Sascha Krebs, Kashoggi – Jon Agar, Galileo – Sascha Lien, Scaramouche – Julia J. Berger, Killer Queen – Nicole Malangré, Brit – DMJ, Ozzy – Nyassa Alberta, Dieter – Jörg Neubauer, Lehrerin/ Nina – Kaatje Dierks, Bob – Rune Høck Møller, Madonna – Tomas Marcotte, Paul – Jon Smith, Daniel Küblböck – Robbie White, Campino – Tom Hargreaves, Campino - Adrian Stokes, Robbie Williams – Connor Woon, Amy Winehouse – Christian Louis-James, Axl Rose – Toby Poole, Teen Queen1/ Nena – Gemma Fink, Teen Queen 2/ Tac – Carly Meyers, Teen Queen 3/ Deacon - Kate Sandell, Teen Queen 4/ Thomas D. – Jemma Louise Marsden, Teen Queen 5/ Tic – Nicki Milford, Pink – Claire Brazier, Jackson 5 – Anita Holm, Kiss – Jennifer Walters, Tina Turner – Lucy Glover.