"We Will Rock You!" Stuttgart am 21.02.09 - Bilder und Bericht von Karin G.

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Hier der Bericht von Karin:

We will rock you – Apollo Theater Stuttgart am 21.02.2009

Bericht von Karin Geupel

 

22.30 Uhr am 21. Februar 2009, Apollo Theater, Stuttgart: Der letzte Vorhang fällt. Alex Galileo Melcher und Jessica Scaramouche Kessler haben es mal wieder geschafft: Sie haben die Welt und vor allem die Musik wieder vor der bösen Brigitte Killer Queen Oelke und ihren Vasallen gerettet. Sie haben dabei keine Mühen und Gefahren gescheut, um auch die Stuttgarter Upper Class, die vor allem im Theater vertreten war, auf ihre Reise mitzunehmen. Lieder ließ sich diese nicht so einfach vom Rock Spirit einfangen, so dass die Darsteller ihre Mühe hatten, um das Publikum wenigstens ein bisschen aus ihrer Reserve und ihren Pelzmänteln zu locken.

Doch alles von Anfang an: Die Hauptrollen wurden gespielt von: Bap - Jörg Neubauer, Kashoggi – Hannes Staffler, Galileo – Alex Melcher, Scaramouche – Jessica Kessler, Killer Queen – Brigitte Oelke, Brit – DMJ und Ozzy – Julia J. Berger.

Nachdem die Gaga-Girls und Boys das Stück eröffnet hatten (irgendjemand hat einmal zu viel geklatscht) trafen sich Bap und Kashoggi auf der Bühne. Jörg Neubauer machte seine Sache wirklich sehr gut und versprühte jetzt schon sehr viel Witz und Elan auf der Bühne. Hannes Staffler jedoch erinnerte stark an den Bösewicht aus einer James Bond Parodie. Nichts desto trotz stand ihm die Sonnenbrille ausgezeichnet.

Als Alex Melcher anschließend auf der Bühne erschien, war es wohl mal wieder um sämtliche Frauenherzen geschehen und das nicht nur, weil er so ausgezeichnet stotterte. Er war wirklich in Hochform und schon bei „I want to break free“ konnte er mit seiner Stimme und seiner Darstellung absolut überzeugen. Jessica stand ihm aber in nichts nach. Die Tontechniker hatten wohl endlich den richtigen Schalter gefunden, damit ihre Stimme nun nicht mehr so schrill bei „Somebody to love“ klingt, so dass Jessica ihre Rockröhre wirklich voll aufdrehen konnte. Scaramouche machte die Gaga-Girls mal wieder so richtig fertig. Die Blöden Kühe!

Bei Brigitte Oelke gab es ebenfalls nichts auszusetzen. Sie zeigte eine solide Leistung, wobei sie sich mal wieder ganz und gar auf ihre voluminöse Stimme verlassen konnte. An dieser Stelle sollte auch unbedingt auf das wirklich tolle Ensemble verwiesen werden, das wieder alles gab und ohne das die Killer Queen nur halb so böse wäre, wie sie ist. Wirklich super!

Das Publikum schien allerdings von der Leistung, die auf der Bühne gezeigt wurde, nur mäßig überzeugt. Immer wieder höflicher Applaus und beim ein oder anderen Witz auch nette Lacher, dennoch wollte der Funke einfach nicht so ganz überspringen. Selbst Jessicas und Alex’ tolles „Under Pressure“, welches wohl sehr gut zur Situation passte, rief nur mäßiges Klatschen hervor.

Bei „A Kind of Magic“ kam das erste Mal etwas Elan in die Zuschauer und die einen oder anderen wagten es jetzt endlich zum Takt zu klatschen. Brigitte Oelkes und Hannes Stafflers Stimmen harmonierten wirklich gut miteinander. Hannes Stimme kann es ohne Probleme mit der von Jon Agar aufnehmen, dennoch blieb seine Darstellung des Kashoggi etwas hinter der von Jon zurück. Sein Kashoggi blieb oberflächlich und sein Lachen klang wie das von Gerhard Schröder. Kashoggi war weniger furchterregend und böse, als leicht lächerlich. Aber vielleicht war gerade dies beabsichtigt. Das Publikum schien nun aber endlich etwas mehr dabei zu sein, trotzdem ließ der Rock’n’roll noch sehr zu wünschen übrig. Doch noch waren auch die Bohemians nicht auf der Bühne erschienen. Wer, wenn nicht Brit und Ozzy konnten dieses Publikum aufrütteln? DMJ machte seine Sache mal wieder sehr gut. Seine Stimme schien zwar anfänglich leicht angeschlagen, dennoch machte er das wieder mit seiner Spielfreude wett. Auch Julia J. Berger jagte über die Bühne und verbreitete gute Laune. Gesanglich stand sie Rahel leider etwas nach, da sie die hohen Töne einfach ausließ. Julia und DMJ spielten sehr gut zusammen und bemühten sich wirklich sehr ihre Power von der Bühne auf die Zuschauer zu übertragen. Die Rebellen-Szenen waren mal wieder ein Höhepunkt der Show. Beim Song-Battle zwischen Galileo und Britt musste Alex sich dann auch mal ein Lachen verkneifen, als er versuchte Brits Verrenkungen und Meditations-Übungen nachzumachen. Dies löste dann auch im Publikum Lacher aus. So langsam schienen die Stuttgarter endlich aufzuwachen. Sogar die Schlips- und Pelzmantel-Träger fingen an mitzuklatschen und der Applaus nach „Headlong“, „No-one but you“ und „Crazy little thing“ war nun wirklich herzlich. Julia sang „No-one but you“ wirklich schön, sie ließ zwar auch hier die wirklich hohen Töne aus, aber ihre Tränen wirkten echt. Leider wurden auch diesmal die Rebellen gefasst und der erste Akt war zu Ende.

Hinter dem Vorhang, vor Akt zwei, hörte man Anfeuerungsrufe und Stimmübungen, dann konnte es auch schon weiter gehen. Nach der Pause schien der Funke, der zuvor in den Zuschauern erwacht war, nun leider wieder etwas ausgegangen zu sein. Gänsehaut löste das wirklich wunderschön gesungen und gespielte „Who wants to live forever“ trotzdem aus. Alex und Jessica spielten es sehr toll und man meinte, die Anziehung zwischen Scaramouche und Galileo selbst spüren zu können. Dieses Stück war ein absolutes Highlight der Vorstellung. Einfach nur schön! Alex und Jessica absolut in Hochform. Selbst ihr Mienenspiel war perfekt. Hier ein enger Augenkontakt, dort ein verliebtes, schüchternes Grinsen. Man könnte echt meinen Jessica und Alex wären wirklich ein Liebespaar, wenn sie sich nicht nachher auch wieder so grandios streiten könnten, dass die Fetzen fliegen. Wirklich toll!

„Flash“ und „Seven seas of rhye“, “Fat bottomed girls” und „Another one bites the dust“ waren anschließend ein Kontrastprogramm, aber auch die stärksten Szenen von Hannes Staffler.

Bei „Hammer to fall“ ging es dann endlich mit Galileos und Scaras Streit weiter. Doch leider ließen auch hier die Zuschauer etwas Begeisterung vermissen. Jessicas Schwäbisch Einlage: „Nur weil du eimol über mi nübergschtiege bisch...“ kam allerdings wirklich sehr gut an, so dass sich auch hier Alex zusammenreisen musste, um nicht lachen zu müssen.

Nun ging es langsam aber sicher auf das Finale zu und das Publikum war jetzt zwar wesentlich lockerer als am Anfang, trotzdem schienen sich einige immer noch nicht im klaren darüber, dass sie hier in einem Rock-Musical und nicht in der Oper saßen.

„These are the days“ war wirklich gut gesungen von Jörg Neubauer. Er gab Bap einen ganz eigenen Stil, der wirklich sehr gut passte und äußerst lustig war.

So fuhren also Scaramouche, Galileo und Bap zum Wembley-Stadion und fanden die letzten Instrumente. Bisher immer eine der lustigsten Szenen, da auch oft mit Lachanfall oder Ähnlichem, doch diesmal lief alles ohne Zwischenfälle ab. Bei „We will rock you“ ließen sich die meisten der Zuschauer (vor allem in den vorderen Reihen) schwer zum Aufstehen und Mitklatschen bewegen, dennoch schafften es die Darsteller auch heute wieder und so konnte die Bohemien Rhapsody doch noch glücklich zu Ende gehen.

Es gab tosenden Applaus, natürlich vor allem für Alex und Jessica und auch die Band durfte natürlich nicht fehlen. Auch sie hatte eine super Leistung erbracht.

Alles in allem eine wirklich tolle Show. Das Publikum belohnte nur leider die großen Anstrengungen der Darsteller auf der Bühne meist nicht so ganz. So fehlte oft ein bisschen die Stimmung, doch dafür konnten die Darsteller nichts. Das Samstag-Abend Publikum ist wohl eher schwierig zu begeistern. Das nächste Mal „We will rock you“ also lieber unter der Woche. Aber uns hat es trotzdem sehr gut gefallen. Also: Auf zum nächsten Mal!

 

Restliche Besetzung:

Dieter: Stéfane Le Breton, Lehrerin, Nina: Julia Klotz, Bob: Rune Høck Møller, Madonna: Tomas Marcotte, Paul: Nigel Watson, Daniel Küblböck: Terence Rodia, Campino: Toby Poole, Mick Jagger: Adrian Stokes, Robbie Williams: Connor Woon, Amy Winehouse: Christian Luis-James, Axl Rose: James Cook, Teen Queen1, Nena: Nina Ungerer, Teen Queen2, Tac: Lana O’Brien, Teen Queen3, Deacon: Kate Sandell, Teen Queen4, Thomas D.: Jemma Louise Marsden, Teen Queen5, Tic: Nyassa Aberta, Pink: Nicky Milford, Jackson5: Gemma Fink, Kiss: Jennifer Walters, Tina Turner: Lucy Glover