Premierenbericht "Me And MY Girl" in Bielefeld am 07.09.08 um 18:00 Uhr

Bericht von Kerstin

Die Cast:

Bill Snibson: Jens Janke

Sally Smith: Carolin Soyka

Maria, Herzogin von Dene: Monika Mayer

Sir John Tremayne: Eberhard Storz

Lady Jacqueline Carstone: Sabine Ruflair

Hon. Gerald Bolingbroke: Thorsten Krafft

Herbert Parchester: Lassi Partanen

Lord Battersby: Thomas Doer

Lady Battersby: Andrea Wittler

Sir Jasper Tring: Ulrich Neuweiler

Charles Hethersett, der Butler: Lutz Laible

Majordomo: Ramon Riemarzik

Mrs. Worthington-Worthington: Dorota Dobrolinska

Sophia Wirtz-Schlaechter: Solveig Henning

Mrs. Brown: Martina Szimtenings

Pearly Queen: Jubka Nikolowa

Pearly King: Thoma Nikolow

Köchin: Vera Freese

Ensemble: Alexander Janacek, Benjamin Gerlach, Cornelia Jabusch, Jörn Ortmann, Kathrin Hassenrück, Marco Wiskandt, Melina Genzmer, Stefanie Bartel

 

Ich war sehr gespannt auf das Stück da ich es nicht kannte und Vorfreude auf Jens. Leider konnte ich ihm nicht vor der Vorstellung noch schnell toi, toi, toi wünschen. Als ich an der SD fragte, hieß es, er sei in der Maske.   

Jetzt aber mal zum Bericht : das Theater ist von außen sehr schön und innen neu renoviert. Der Saal ist nicht sehr groß aber irgendwie schön.

Und dann ging es los. Es spielt in England und in Herford Hall  wird der letzte Erbe erwartet und die Liebe Verwandtschaft kann es kaum erwarten, den Erben zu sehen. Jens erster Auftritt schon mit voll Power , sowie ungebremster Spielfreude. Er spielt einen Mann aus einer damals nicht noblen Gegend von London aus Lambeth. Dementsprechend ist auch sein Umgangston. Irgendwie rau aber doch herzlich. Die liebe Verwandtschaft ist gar nicht begeistert und es haut sie um. Doch dann wird überlegt ihm eine Chance zu geben. Sowie ihn tauglich und würdig zu machen. Als nächste Szene bringt Jens sein Girl mit in diese Hütte und der Diener erklärt ihm, dass er jetzt Mylord ist und dass ihm das alles gehört. Jens und sein Girl begreifen es immer noch nicht und packen den ganzen Reichtum ein. Eine echt witzige Szene. Absolut genial  ist auch die Szene, wo Jens von seiner Tante "Verzogen" (was erzogen heißen soll) wird. Von Jens zum Niederknien gespielt, er bringt sich absolut ein und ist dabei der Szene entsprechend total komisch. 

Seine Cousine will ihn unbedingt angeln da er ja das Geld hat und sie ihren Mann dafür abschießt da er nur spielt und das Geld verjubelt. Hinreißend wie sie in dem Wohnzimmer versucht, Jens zu verführen doch mit ihr ..................... (na, ihr wist schon was) und er immer versucht ihr auszuweichen. Das ist brillant komisch gespielt. Absolut 42nd Erinnerungen kommen bei der leider viel viel zu kurzen Steppszene hoch, die Jens mit seinem Girl im Esszimmer hinlegt. Das ist einfach Wow und möchte rufen Zugabe, so genial kommt es bei Jens rüber. 

Hm zweimal wurde ich in dem Stück auch an TDV erinnert. Beim ersten mal war es bei der Verführungsszene, wo Jens halt vor seiner Cousine flüchtet über eine Galerie und dann am   anderen Ende die Treppe wider runter kommt und ihr direkt vor die Füße läuft, weil er nach hinten schaut in der Annahme das sie ihm nachgelaufen wäre. Herrlich (erinnert an die Szene, wo Alfred vor Herbert flüchtet und dieser ihn bereits erwartet und er ihm auch vor die Füße läuft). Das zweite mal, als Jens bei diesem Stück von seinem ersten Ausritt wieder kommt und breitbeinig und langsam und etwas gebeugt rein kommt  (Bewegungsabläufe die da dann doch an den Prof erinnern)

Ja und, dann einmal kurz dann doch auch noch an die Musketiere. Jens darf mal kurz mit einem Degen hantieren. Es ist wider mal "Verzogen " Stunde und er versucht natürlich nicht ernsthaft seine Tante mit diesem Degen zu verletzten. Was natürlich nicht passiert, weil sie ihm das Ding weg nimmt. Tja und dann folgt etwas später in einer Szene auch noch der Satz (und da hatte ich echt einmal kurz den Gedanken : jetzt kein Versprecher Jens): Einer für alle und alle für mich (was ja bei den Musketieren dann "Einer für alle und alle für einen" geheißen hätte ).

Irgendwie interessant was einem da so auffällt, wenn man ein Stück sieht. Immer wieder versucht die liebe Tante, auch das Girl loszuwerden, da es doch mit den "Verzogen" Stunden gut klappt und der liebe Erbe gut pariert nach anfänglichen Schwierigkeiten. Doch immer wider beteuert und steht Jens zu seinem Girl und macht unmissverständlich klar, wenn sie geht dann er auch. Sein Girl allerdings merkt das er dorthin gehört und das sie wirklich nicht zu ihm passt und verlässt das Haus.  Jens gibt nicht auf und sucht sie, nur er findet sie nicht. Weil sein Onkel dem diese junge Dame gefällt, sie versteckt und ihr klar macht das auch sie lernen kann und sie dann zu ihrem Boy passt.

Das Wiedersehen der beiden ist dann auch gleich der Schluss. Diese Stück ist einfach total sehenswert vor allem, weil Jens alles aber auch wirklich alles gibt auf der Bühne. Allerdings ist auch das Ensemble super und ich glaube in diesem Stück ist für jeden eine Szene dabei und vielleicht auch mehrere. Mir hat es auf jeden Fall gefallen und ich freu mich auf den nächsten  Besuch.

Die Premierenbesucher waren jedenfalls begeistert und der tosende Applaus wollte nicht enden, ja und es hat etwas gedauert und dann sind sie doch auch aufgestanden. Doch sei hier angemerkt : es ist in Bielefeld wie in Baden bei Wien "man steht eigentlich nicht auf " sondern  zollt nur durch lauten Applaus  den Casties Tribut.