"Ich will Spaß"

am 26.10.08 um 19 Uhr im Collosseum-Theater in Essen - Bericht von Kerstin

 

Castliste :

Cleo: Verena Raab

Ritch: Michael Eisenburger

Flora: Claudia Stangl

Falk: Heiko Wolff

Herbert: Cusch Jung

Rosie: Leila Vallio

Doris: Sonja Herrmann

Tommie : Michael Ernst

Damen Ensemble: Marny Bergerhoff, Michelle Escano, Josephine Müller , Anne Patricia Nilles

Herren Ensemble: Wolf Bader, Norbert Böhmann, Farid Halim, Malcolm Walgate

 

Also mein erster Besuch bei "Ich will Spaß". Was einem zu allererst auffällt, ist das Bühnenbild. Dieses besteht nur aus Rubiks Zauberwürfel in XXL Format. Dieser Würfel wird während des ganzen Stücks immer wieder gedreht und bespielt. Denn in ihm befindet sich das gesamte Bühnenbild des Stücks. Heißt,  die Darsteller steigen ständig in diesem Würfel umher, um den jeweiligen zu bespielenden Raum zu erreichen. Das ist mal ein Wohnzimmer, nur eine Treppe zum Hof, eine Art Wohnküche, ein Jugendschlafzimmer, ein Garten, noch eine Wohnküche. Und auch ja das kleine Orchester, oder besser  hier offiziell als Band angesagt, ist die ganze Zeit mit in diesem Würfel, wenn auch nur im Hintergrund so doch irgendwie präsent. Was bei mir dazu geführt hat, dass mich mehrfach ein Gitarrist von der eigentlichen Spielszene abgelenkt hat, weil er  Jokes mit seinen Kollegen gemacht hat, weil halt gerade mal auf der Bühne nicht gesungen sondern nur geredet wurde.

Die Geschichte besteht aus drei Familien, die irgendwie miteinander zu tun haben. Da gibt es einmal Rosies Familie, die ist sagen wir mal die Spießerfamilie. Dann gibt es da Cleo, die nur mit ihrer Mutter zusammenlebt, und die ist eine alt-68er und kifft was das Zeug hält. Diese Mutter interessiert sich nicht wirklich für ihre Tochter, sondern mehr für ihre Demos gegen Atomkraft und Pershings. Was dazu führt, dass man immer mal wieder Transparente mit der Aufschrift "Make Love not War" zu sehen bekommt. Und dann ist da noch Ritch, der mit seinem jüngeren Halbbruder zusammen lebt. Die beiden  sind allein, seit die Mutter sie verlassen hat. 

Nun Cleo verliebt sich in Ritch, sie ist aber auch die beste Freundin von Rosie. Und weil sie mit dieser eine Reise machen will und Rosie noch keine 18 ist, möchten das Rosies Eltern nicht. Also geht Rosies Vater zu Cleos Mutter um darüber zu sprechen, diese verführt ihn dann zum Kiffen und landet mit ihm im Bett. Rosie möchte gern mit Ritch zusammen sein, doch dieser interessiert sich nur für Cleo. Im  weiteren Verlauf der Story taucht dann noch Ritch Vater wieder auf, der sich vor über 15 Jahren aus dem Staub machte und seinen Sohn bei der Mutter ließ. Was dazu führte, dass dieser Ritch, der mittlerweile 30 Jahre ist, mit 14 von der Schule ging um die Mutter durchzubringen, heißt er jobbte. Er  hat keinen Schulabschluss und auch keine Ausbildung. Im Laufe der Geschichte schmeißt er auch noch seinen Job. 

 Rosies Vater zieht zu Cleos Mutter und verlässt seine Familie, woraufhin Rosie zu Hause auszieht um mit Cleo , die genervt von ihrer sich wie ein Vamp aufführenden Mutter, auch auszieht, eine gemeinsame Wohnung zu suchen,  dies verläuft erfolglos. Und sie landen zur Untermiete bei Ritch seinem Bruder und Vater. In einem Gespräch oder besser einem Streit den Ritch und sein Vater haben und diesen mehrfach, von wegen das Ritch sich um Arbeit bemühen und seinem Bruder ein gutes Vorbild sein soll, sowie Ritchs Vorwurf gegenüber seinem Vater dieser sei Schuld an dem verpfuschten Leben, weil er weggegangen ist, ergibt sich, dass sein Vater die große Liebe von Cleos Mutter ist. Ach ja, Ritch schläft dann noch mit Cleo und da sie die Pille vergisst und er das Kondom (was aber vorher eindeutig gezeigt wird),  wird Cleo schwanger. Jetzt kommt dann noch in die Geschichte, dass Cleo überlegt, ob Abtreibung oder nicht. Da wird dann Holland erwähnt wie damals halt üblich für diese Dinge und der Paragraph 218 sowie dieses "mein Körper gehört mir".

 Es gibt dann noch ein kurzes Wiedersehen zwischen Cleos Mutter und Ritch Vater. Dieses ist aber nur kurz, weil sie Ritch Vater fast in der Szene danach sterben lassen. Was Voraus zu  sehen ist, da er immer wieder schmerzerfüllt in sich zusammen sackt, so dass dem Zuschauer klar wird, o.k. dieser Mann ist krank. Die Sterbeszene fand ich sehr makaber, da sie so nicht in das Stück passt.

Zum guten Schluss jagt dann  Cleos Mutter noch Rosies Vater zum Teufel , dieser kehrt reumütig zu seiner Frau zurück und braucht auch nur gut zwei kurze Szenen um sie zurück zu gewinnen. Cleo gesteht Ritch, dass sie schwanger ist und dieser steht zu ihr und dem Kind und findet auch einen Job. Ach ja, und Rosie verguckt sich auf ihrer 18. Geburtstagsparty dann noch in Ritchs Bruder.

Also ich fand diese Geschichte echt ganz schön durcheinander gewürfelt und irgendwie nicht richtig schlüssig. Da die eigentlich wichtigen Szenen durch das Durchheizen der NDW Songs immer unterbrochen wurden und fand auch nicht wirklich die Songs immer passend.

Zu hören gab es : Codo , Da da da, Sternenhimmel, Leuchtturm (diesen Song als Ritch Vater gestorben war. Fand ich heftig makaber), Ich will Spaß, Irgendwie irgendwo irgendwann, 99 Luftballons, Carabonara, Der Kommissar, Skandal im Sperrbezirk, Bruttosozialprodukt,

Es war ein Abend, wovon ich sage er war so lala. Und ich bin sehr froh das ich über ein Angebot der SE drin war und somit eine Karte (da Besucherbefragung mitgemacht) umsonst war und nur eine zahlen mussten. Meine Freundin und ich sind der einhelligen Meinung, dass wir das Stück nicht noch mal anschauen werden. Unser Abend endete dann in einem Lokal in der  Nähe des Theaters und hatte das Highlight, dass wir die Cast noch mal zu Gesicht bekamen und so ein paar Gesprächsfetzen über die Show des Abends mitbekamen.

Zu der Cast sei zu sagen, die wiederum ist erste Sahne. Tolle zum Teil echt Gänsehaut-Stimmen und eine super Spielfreude. Es war eine super Leistung an diesem Abend von der Cast. Noch zu erwähnen sei, dass durch sein Aussehen unserer Meinung nach der Darsteller des Ritch - Michael Eisenburger bestimmt zum Liebling der Teens werden wird. Denn er sieht echt  super aus und ist wirklich ein Augen-Genuss und auch ein Genuss, was seine tolle Stimme angeht.