Königsgala Füssen am 22. August 2009

mit Janet Chvatal, Marc Gremm, Bruno Grassini und Uwe Kröger

Bericht von Andrea Herter

Programm der Gala:

 Gold von den Sternen (Janet)

Wie kann ich sie lieben (Uwe)

Die unstillbare Gier (Marc)

How could I know/Come to my garden (Janet + Bruno)

Die Musik der Nacht (Marc)

Phantom der Oper (Janet + Marc)

Titelsong aus Sunset Boulevard (Uwe)

Titelsong zu Goldfinger (Uwe)

??? italienisches Lied, das ich nicht kannte (Bruno)

Anthem (Bruno)

Ich war noch niemals in New York, (Marc, Janet, Bruno)

Pause 

Rosenkavaliere (Janet)

Schattenarie (Bruno)

Stern (Uwe)

Dies ist die Stunde (Bruno)

Die Fäden in der Hand aus Rudolf (Uwe)

Nichts ist schwer (Janet + Marc)

Ich gehör nur mir (Janet)

Der letzte Tanz (Uwe)

Aber bitte mit Sahne (Marc, Janet, Bruno)

From Vienna with Love (Uwe)

Ausschnitt von Ludwig² Finale (Janet, Bruno, Marc)

 

Ich möchte nicht jeden einzelnen Titel kommentieren, sondern einfach meine (subjektiven) Eindrücke zusammenfassen:

Janet, Marc und Bruno hatte ich zuvor schon mehrfach auf Galas gehört und gesehen und höre auch immer wieder die beiden CDs „Bella Notte“ und „True Love“. Ich mag von allen dreien die Stimmen sehr gern. Wer schon mehrere Veranstaltungen mit ihnen erlebt hat, kennt ihren Stil und kann so ungefähr abschätzen, was ihn erwartet. Einerseits höre ich die „alten Klassiker“ aus dem Phantom, TdV, Elisabeth usw. immer wieder gerne, andererseits würde ich mir ab und zu etwas mehr Experimentierfreude in der Titelauswahl wünschen - oder doch nicht? Die einzigen für mich unerwarteten Titel waren „Ich war noch niemals in New York“ und „Aber bitte mit Sahne“. Genau auf diese Songs hätte ich problemlos verzichten können, sie passten meiner Meinung nach absolut nicht in das Programm rein. Allerdings hat das Publikum natürlich gerade bei diesen Liedern schön mitgemacht und mitgesungen.

Eine kleine Überraschung war auch „Nichts ist schwer“ aus Elisabeth. Meist hört man auf solchen Veranstaltungen die zweite Variante „Boote in der Nacht“. „Dies ist die Stunde“ hätte ich persönlich von Bruno gerne auf italienisch gehört, gerade auch weil die deutsche und englische Version häufig auf Galas gesungen werden. Allerdings war wohl beabsichtigt, nach den Valentins- und True Love Shows, die sehr viele englische Titel zusammenfassten, diesmal möglichst viele Titel auf deutsch einzubringen.  

Dass an diesem Tag natürlich auch Lieder aus Ludwig² dazu gehörten, war selbstverständlich, und dass das Publikum auch darauf gewartet hatte, war spätestens dann offensichtlich, als bei der Einleitung zur Schattenarie (ich hoffe, der Titel heißt „offiziell“ so?) spontan Beifall aufbrandete.

Uwe Kröger war für mich das große Fragezeichen im Vorfeld dieser Gala. Ich hatte von ihm und über ihn schon viel Gutes und viel Schlechtes gehört und gelesen. Live als Javert fand ich ihn gut, bei einer Gala war ich enttäuscht. Um es gleich vorweg zu nehmen: In Füssen hat er mich und auch viele andere, die vorher sehr skeptisch waren, überzeugt. Dass er eine enorme Bühnenpräsenz hat, war mir schon vorher klar, aber auch stimmlich war er an diesem Abend gut. Es gab ein paar wenige „Wackler“ wo die Stimme nicht ganz so klang, wie erwünscht, aber ansonsten hat er gut gesungen.

Etwas schade fand ich, dass Janet, Marc und Bruno immer wieder als eingespieltes Team agierten und Uwe nur als Solist und „Stargast“. Ich hätte mir zumindest ein Duett gewünscht, vielleicht auch eine oder zwei Nummern mit allen Akteuren, und es hätte für mich einen sympathischeren Eindruck gemacht, wenn er auch den „Quatsch“ mit den Udo-Jürgens-Liedern mitgemacht hätte.

Wieder einmal hat es mich sehr beeindruckt, wie die im Festspielhaus vorhanden Kulissen mit ins Programm einbezogen werden. Vor allem bei den Ludwig²-Titeln glich die Bühne einer Requisitenkammer. Mir fällt sicher nicht mehr alles ein. Neben einem (sehr verkleinerten) Rosenbeet waren ein Skelett, Wagner, ein Schwan im Leiterwagen, der Pferdeschlitten, das Telefon, Kostüme, viele Gemälde und ein Stück vom Neuschwansteinbau auf der Bühne. Besonders provokant sah es aus, als Schattenmann Bruno erst den Krönungsmantel als Bodenläufer benutzt und sich dann lässig in den Pferdeschlitten gelümmelt hat.

Alles in Allem eine gelungene Veranstaltung, die erfreulicherweise auch sehr gut besucht war.

Nach der Vorstellung war im Foyer noch Autogrammstunde, bei der die Darsteller nach dem sicherlich anstrengenden Abend noch eine Engelsgeduld für die vielen wartenden Fans aufbrachten.

Leider bleibt bei mir in Füssen immer recht wenig Zeit, auch mal die Stadt und die Umgebung anzusehen. Zwar hab ich die Schlösser natürlich schon besucht, das ist ja quasi Pflicht, und auch kleine Abstecher in die Altstadt, an den sagenumwobenen Alatsee und in das niedliche Kutschenmuseeum in Bad Hindelang standen schon auf dem Programm. Vom Forggensee hatte ich bisher leider nur die Ecke beim Festspielhaus gesehen.