Musical Gala mit Ana Milva Gomes, Philipp Hägeli, Melanie Ortner und Peter Stassen

26.12.2009 in Donaueschingen

Bericht von Karin

 

Passend begrüßte Peter Stassen am Samstag abend die nicht sehr volle Donauhalle in Donaueschingen mit „Willkommen Bienvenue Welcome“ aus dem Musical Cabaret. Überwiegend Familien, von den Großeltern bis zu den Enkeln hatten den Weg nach Donaueschingen gefunden um sich mal wieder richtig gut unterhalten zu lassen.

In der Reige der „traditionellen“ Musical Klassiker folgten nach Peters Willkommensgruß „Maria“ von Philipp Hägeli und „I feel Pretty“ von Ana Milva Gomes. Beide konnten gleich mit ihren Stimmen überzeugen. Dass der Ton manchmal trotzdem etwas hakte, lag wohl eher an den teilweise nicht sehr gut abgestimmten Mikrofonen. Auch Peter trug einen Musical-Klassiker im neuen Gewand vor: „Summertime“ aus Porgy und Bess verleiht Peter mit seiner samtigen Stimme in Michael Bublé Manier noch den allerletzten Schliff, so dass sämtliche Musicalfan-Herzen höher schlagen.

Danach war aber auch schon Schluss mit den älteren Songs. Es folgten die zwei wirklich anspruchsvollen Songs „Heiß geliebt“ und „Frei uns schwerelos“ aus Wicked, vorgetragen von Melanie, der die Rolle der Glinda sehr gut stand, und Ana. Bei Heiß geliebt verhaspelte sich Melanie am Anfang etwas, was aber nicht schwerwiegend auffiel. Auch Ana überzeugte als Elphaba und versprühte trotz Mangel an Hebebühne und Hexenbesen Magie.

Philipp machte anschließend die beiden aktuellen Stuttgarter Produktionen komplett mit „I want to break free“, wobei er sich keineswegs vor einem Alex Melcher oder Serkan Kaya verstecken muss. Auch Melanie konnte mit „No-one but you“ ohne Texthaspler und passendem Mikrofon zeigen welch große Stimme sie in ihrem zierlichen Körper versteckt. Sie scheute sich nicht vor den hohen Tönen, wie manch andere Interpreten dieses Songs, und holte sich dafür ihren verdienten Applaus ab.

Danach folgte wieder ein Stück von Peter: „Maatje“ aus dem belgischen Musical „Die kleine Meerjungfrau“. Charmant angesagt, mit Liebeserklärung, wurde dieses Stück von seiner Freundin Melanie, die auf die tolle Perücke und die leider fehlenden Haare ihres Partners verwies, woraufhin ein empörtes „Hey“ von Peter aus der Garderobe zu vernehmen war. Melanie löste Peter ab mit dem Hula Song aus Dirty Dancing. Wie sie da ohne Plan über die Bühne lief und ins Mikrofon brüllte war wieder mal ein riesen großer Lacher fürs Publikum. Im Anschluss folgte ein grandioses „Yes“ von Ana, und Philipp als Putzfrau verkleidet mit dem Hit aus dem Udo Jürgens Musical: „Mit 66 Jahren“. In dieser Montur sagte er dann auch die folgenden Stücke aus den 3 Musketieren an. Der furchterregender Kardinal Richelieu, alias Peter Stassen betrat die Bühne. Es kann wohl niemand so fanatisch schauen wie Peter in bei „Oh Herr“. Peter liegen die gemeinen Rollen einfach sehr gut. Melanie setzte dem Ganzen dann noch eine Schippe oben drauf mit „Milady ist zurück“. Es wird wohl so langsam auch für Melanie mal Zeit, dass sie nicht mehr nur die lieben Mädchen spielt. Wer an diesem Abend ihre Milady gesehen hat, ist sich sicher, dass sie auch als ganz fiese Femme Fatale Pia Douwes und allen anderen, die diese großartige Rolle schon gespielt haben alle Ehre machen würde. Wirklich grandios! Abgeschlossen wurde der erste Teil dann von Ana und Mel mit Stücken aus Hair.

Nach der Pause ging es dann gleich beschwingt mit „Dancing Queen“, gesungen von Ana und Melanie, und dem Stück „Der Sieger hat die Wahl“ aus Mamma Mia weiter. Danach erzählte Melanie mit Tränen in den Augen von der ihrer schönen Zeit in Stuttgart bei Mamma Mia und kündigte dann „Tanz der Vampire“. Peter zeigte als Krolok mit „Gott ist tot“ und wirklich tollen weißen Kontaktlinsen mal wieder wie gut er doch in bösen Rollen ist. Doch auch Philipp überzeugte mit tief schwarz geschminkten Augen und langen Zähnen nicht nur Sarah (Melanie) bei „Totale Finsternis“ davon, dass er richtig gefährlich zubeißen kann.

Ana punktete anschließend wieder in ihrer Rolle als „Nala“ aus König der Löwen. Hier fühlten sich die Zuschauer das erste mal so richtig nach Afrika zurückversetzt und klatschten begeistert mit.

Zurück nach Europa, genauer an den Wiener Hof zur Jahrhundertwende, versetzten das Publikum dann Peter und Philipp. Auch hier waren leider die Mikros nicht ganz so gut eingestellt, so dass man von Rudolph Peter kaum was, dafür umso mehr vom Tod Philipp hörte. Philipp musste sich in seiner Interpretation in „Die Schatten werden länger“ nicht vor dem Ur-Typus des Todes Uwe Kröger verstecken. Er sang nicht nur mindestens genauso super, sondern hatte auch ansonsten eine unglaubliche Ausstrahlung auf der Bühne.

Das Traumpaar Elisabeth und Franz Joseph wurde anschließend vom Traumpaar Melanie und Peter verkörpert. Hier musste sicher nicht nur Peter weinen, als ihn Melanie bei „Boote in der Nacht“ kaltherzig allein auf der Bühne stehen ließ. Ein wirklich tragischer Moment.

Dass Ana nicht nur toll singen kann, sondern auch Englisch Deutsch und Holländisch ohne Probleme beherrscht, zeigte sie anschließend in ihrer Paraderolle als Aida. So wechselte sie in einem Lied auf Wunsch der Zuschauer einfach von der englischen auf die holländische und dann auf die deutsche Version. Um anschließend mit Philipp und einem filmreifen Bühnenkuss Aida abzuschließen. Die beiden passten wirklich super zusammen und man meinte tatsächlich die Funken fliegen zu sehen.

Als Jesus aus „Jesus Christ Superstar“ folgte auch eine von Philipps großen Rollen in der Show. Bevor schließlich der zweite Afrika-Part mit Tarzan auf die Bühne kam. Zuerst sang Ana, die die Kala auch in Erstbesetzung in Hamburg gespielt hatte, „Dir gehört mein Herz“. Und als äußerst ungleiches aber sehr harmonierendes Liebespaar folgten dann Philipp, im kurzen Lendenschurz, mit Rasta-Perücke, und Melanie. Sie sangen gemeinsam „Auf einmal“ und bekamen dafür tosenden Applaus, für den sich Philipp mit einigen Affensprüngen bedankte. Die Runde der ganz neuen Musicals wurde dann von Peter abgerundet, mit einem Stück aus Buddy Holly. Für geübte Gitarrenspiel eindeutig zu erkenn war, dass Peter tatsächlich auf der Gitarre mitspielte.

Nachdem auch diese Runde beschlossen war, kam das große Finale mit der Rocky Horror Picture Show und Peter in Lack und Leder. Nach einigen Aufforderungen tanzten tatsächlich fast alle Zuschauer begeistert mit, was einem glücklichen Mann auch einen Kuss von Peter einbrachte. Natürlich nur auf die Stirn.

Doch so einfach wollten die Zuschauer die vier Musical-Stars noch nicht von der Bühne lassen. Es wurden zwei Zugaben gefordert und so kam doch auch noch der Greased Lightning auf die Bühne. Zum Abschluss sangen dann alle gemeinsam noch einmal „Thank you for the Music“. Und auch hier bleibt mal wieder nur zu sagen, es war einfach ein toller Abend und an alle ein herzliches „Danke für die Lieder...“

 

(Bilder HIER)