Tra cielo e mare – Vorstellung von Bruno Grassinis erster Solo-CD in Füssen

 

Rechts vor der Bühne steigt plötzlich Nebel auf und es erscheint der Schattenmann aus Ludwig². Oder doch ein Mafioso? Jedenfalls trägt er zu schwarzem Anzug, Mantel, Hemd und Hut weiße Schuhe und eine weiße Krawatte. In der Hand einen großen, gefährlich aussehenden Koffer, singt er das Lied „Schwarze Schatten“ in der italienischen Version.

Bruno Grassini ist zurück im Festspielhaus in Füssen. In seinem Koffer hat er eine Gitarre dabei, und außerdem sein erstes Solo-Album „Tra Cielo E Mare“. Auf der CD sind vorwiegend italienische Melodien aus den 60er Jahren vereint, die Bruno schon als Kind in der Plattensammlung seiner Eltern entdeckt und mitgeträllert hat. Einige sind sehr bekannt z. B. „Azzurro“ oder „Un Bacio All’Italiana“ („2 kleine Italiener“). Viele der Lieder klingen nach Sommer, Sonne und Italienurlaub, aber auch nachdenkliche Titel sind vertreten. Ein kleiner Gag beim Design der CD ist, dass sie nicht silbern glänzend daher kommt, sondern aussieht wie eine Schallplatte im Mini-Format.

An diesem Abend ertönen aber auch noch weitere Titel, die (leider) nicht auf der CD sind, so z. B. Chansons oder, zu Ehren seines Großvaters, der Opern liebte und auch gerne sang, das berühmte „Nessun Dorma“. Auch hier, wie während des ganzen Abends, zeigt sich, dass Bruno Grassini ein sehr erfahrener Künstler ist, der es versteht, seine wunderbare Stimme je nach Bedarf schmelzend, energisch oder locker und unbeschwert klingen zu lassen. Ein Titel aus dem Musical Elisabeth, in dem Bruno schon in vielen verschiedenen Inszenierungen gespielt hat, darf selbstverständlich nicht fehlen. Nein nicht Luigi Luchenis „Kitsch“, sondern „Ich gehör nur mir“, natürlich auch auf italienisch, von Bruno selbst übersetzt.

So abwechslungsreich wie die Titelauswahl ist auch die musikalische Begleitung. Mal singt Grassini zu Halb-Playbacks, die teilweise bombastisch instrumentiert sind, dann wird er von einer Pianistin einfühlsam unterstützt, oder er begleitet sich selbst auf der Gitarre. Das klingt so harmonisch, dass man ihm eigentlich gar nicht wirklich abnehmen will, dass er das Gitarre spielen lange vernachlässigt und extra in der Vorbereitung auf dieses Konzert intensiv geübt hat.

Bei der Dekoration hat der Künstler teilweise auf im Theater vorhandene Elemente zurückgegriffen, aber auch Neues mitgebracht, z. B. einen knallroten Alfa Romeo oder einen echten italienischen Eisverkäufer samt Verkaufsfahrzeug. Während des ganzen Programms, das Bruno Grassini auch selber moderiert, ist spürbar, mit wie viel Liebe zum Detail alles geplant wurde.

Fazit zu Album und Konzertabend: Die CD macht Lust auf Urlaub am Meer oder zumindest einer Autofahrt im Cabrio oder mit offenen Fenstern. Die ansteckende Lebensfreude des „Dolce Vita“ ist darin gefangen. Sobald sich die Scheibe im Player dreht, hat schlechte Laune keine Chance mehr. Noch schöner ist es allerdings, die Titel live im Konzert zu hören.

Tra Cielo E Mare“ ist erhältlich bei www.amazon.de und kostet als CD 17,99 € und als MP3-Download 8,99 €. Dort kann man sich auch Ausschnitte aus den Titeln anhören. Außerdem kann die CD zu 15,- € + Versandkosten direkt über tracieloemare@brunograssini.de bestellt werden. A. Herter